Infrastruktur

Straßenverkehr

Neue Brücke über den Mondego

Das Straßennetz ist nicht zuletzt dank EU-Mitteln aus Förderungsfonds seit den 1980er Jahren schnell gewachsen und gut ausgebaut. Die wichtigen Routen werden von gebührenpflichtigen Autoestradas abgedeckt. Diese erreichen insgesamt eine Länge von 1100 km und werden größtenteils vom börsennotierten Unternehmen Brisa betrieben. Gebührenfrei sind hingegen Itinerários Principais (IP) oder Itinerários Complementares (IC). Die Investitionen in den Straßenverkehr verdeutlichen sich nicht zuletzt in den Unfallstatistiken, 2008 starben in Portugals Straßenverkehr 83 Menschen pro 1 Million Einwohner nach 323 im Jahre 1991 (zum Vergleich 54 pro 1 Million in Deutschland 2008).[40]

Der Fernverkehr mit Bussen hat in Portugal einen höheren Stellenwert als in Mitteleuropa. Das größte Linienbusunternehmen ist Rede Expressos.

Schienenverkehr

Ein Alfa Pendular im Bahnhof Lissabon Oriente

Das Eisenbahnnetz Portugals ist relativ weitmaschig. Das staatliche Unternehmen Rede Ferroviária Nacional verwaltet ein Schienennetz, das eine Gesamtlänge von 2789 km hat. Davon sind 188 km Schmalspur, 607 km sind mehrspurig ausgebaut.[41] Züge werden von der staatlichen Comboios de Portugal und seit kurzem von der privaten Fertagus angeboten. Auf den Hauptverkehrsrouten sind die Verbindungen jedoch effizient, der Alfa Pendular bietet die schnellsten Verbindungen zwischen den Ballungszentren. Eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Lissabon, Porto und Madrid ist zudem bereits in Planung, dazu wurde die Projektgesellschaft Rede Ferroviária de Alta Velocidade bereits gegründet.

In Nebenbahnen wurde in den letzten Jahrzehnten kaum investiert und viele wurden stillgelegt. Zwei Städte verfügen über eine U-Bahn, nämlich Lissabon und Porto. Mit der Metro Mondego ist ein Schienennahverkehr in Coimbra geplant. Straßenbahnen existieren schließlich in Lissabonsüdlich des Tejo und Porto.

Internationale Züge verbinden Portugal mit Städten in Spanien. Daneben gibt es eine Verbindung nach Irún an der spanisch-französischen Grenze mit direktem TGV-Anschluss nach Paris.

Luftverkehr

Airbus A310 der TAP Portugal

Die fünf wichtigsten Flughäfen Portugals sind LissabonPortoFaroPonta Delgada und Funchal. Sie werden von mehreren Fluggesellschaften bedient, wobei die portugiesischen Linien TAP PortugalSATA Air Açores und Portugália Airlines die meisten Verbindungen bieten. Im Jahr 2006 fertigten die portugiesischen Flughäfen insgesamt 22 Millionen Passagiere und 135.000 Tonnen Fracht ab. Es wird erwartet, dass das Verkehrsaufkommen bis 2025 auf 46,8 Millionen Passagiere und 259 Millionen Tonnen Fracht steigen soll.[42]

Angesichts dieser Zahlen wurde entschieden, den existierenden Flughafen Lissabons durch einen neuen zu ersetzen. Der um 3,3 Milliarden Euro zu errichtende Flughafen soll sich in Ota (Alcochete) befinden und 2017 eröffnet werden.

Wassertransport

Die wichtigsten Häfen Portugals befinden sich in Aveiro, Porto, Lissabon, Sines und Setúbal. Im Jahr 2007 kamen fast 70 % aller Importe über den Seeweg ins Land, während 41 % der Exporte über die Häfen abgewickelt wurden. Von den 58 Millionen Tonnen liefen 39 % über den Hafen von Sines. Die Häfen werden modernisiert und ihre Verkehrsanbindung verbessert, damit sie einen größeren Teil des spanischen Außenhandels abwickeln können.[43]